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Art des Projekts

Freies Projekt

Entstehungszeitraum

SS 16 - SS 18

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traces

traces

Aus seinem Bachelor Thema „Trust & Security“ heraus setzt sich Thomas Otto mit Instrumenten und Möglichkeiten der online Überwachung auseinander. Sensibilisiert für dieses Themenfeld, untersucht er anhand einer fotografischen Serie nun auch die zunehmende Überwachung des öffentlichen Raumes.

Motivation

In der Anfangsphase des Internets schien Privatsphäre noch etwas Selbstverständliches zu sein, da Informationen nur mit großem Aufwand gespeichert und verarbeitet wurden. Dies hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert, da in unserer digitalen Gesellschaft Informationen in Form von Daten scheinbar immer zur Verfügung stehen. die Vernetzung digitaler und öffentlicher Räume ermöglicht zudem neue Formen der Überwachung. Kontrolle scheint eine Möglichkeit zu sein dieser Flut an Informationen entgegenzutreten – jedoch verursacht diese Kontrolle im Gegenzug auch weitere Datenmengen. Was geschieht mit diesen Daten? Und wer nutzt diese? Wird die Privatsphäre tendenziell zu einer Anormalität?

Diese Fragen sind längst rethorisch zu verstehen, beschäftigen mich jedoch täglich. Mir fällt auf, wie viele Instrumente der Überwachung gerade im öffentlichen Raum bereits direkt oder indirekt akzeptiert werden. Instrumente wie Kameras, die uns ohne Einwilligung filmen und die wir auf Grund ihrer Alltäglichkeit bereits gelernt haben auszublenden.

Inzinierung

Um die Instrumente der Überwachung wieder mehr in den Blickpunkt unserer Aufmerksamkeit zu bringen, fixiere ich diese fotografisch. Im engen Bildausschnitt befinden sich die Überwachungskameras im Zentrum der Fotografien. Die Orte selbst erscheinen im Bildaufbau als abstrakte Unorte. Es geht mir also nicht um die klassische Dokumentation der Orte an sich, sondern vielmehr um das sammeln der Überwachungsgeräte als ein Massenphänomen, welche ich exemplarisch und stellvertretend für all die Millionen Kameras dieser Art aufspüre und jeweils in ein Bild überführe. Lediglich die Bildtitel geben einen ungefähren Hinweis auf ihre Entstehungsorte und so sind alle Arbeiten jeweils nach ihren Längen- und Breitengraden benannt.

Umfang des Projektes

Bisher sind 15 erste Fotografien enstanden, die ich online unter dem Titel „traces“ präsentiere. Als Langzeit-Projekt geplant, wird die Serie in den kommenden Monaten und Jahren auf eine Vielzahl an Aufnahmen von verschiedenen Plätzen meiner Umwelt anwachsen. Die Entwicklung der Serie könnt Ihr hier verfolgen.

Als begleitende Personen der Fotografie möchte Daniel Müller Jansen und Prof. Loeper danken.