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Kommunikationsstrategien für die Urania

Kommunikationsstrategien für die Urania

alt text Kommunikationsstrategien für die Urania von Fabian Lange SS 16

Die Urania sagt über sich selbst, dass sie eine Berliner Institution ist. Das ist auch im Hinblick auf ihre mehr als 125 jährige Geschichte nicht von der Hand zu weisen, trotzdem war sie bei uns im Kurs fast keinem von uns wirklich bekannt. Wenn man uns nach anderen Berliner Institutionen gefragt hätte, wie zum Beispiel dem Reichstag, dem Berliner Zoo oder der Akademie der Künste, hätten viele einiges über die Orte erzählen können. Wieso das so ist, lässt sich sehr schnell feststellen, wenn man die Urania besucht. Das Publikum in der Urania ist mit 60+ noch gut beschrieben und auch vor Ort hat man das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist. Holzvertäfelte Wände und dunkel bestuhlte Räume. Was die Urania seit der Gründung eigentlich macht, erklärt die Urania so: „In allgemeinverständlichen Vorträgen aus allen Wissensgebieten, mit Experimenten und Vorführungen wurde die Vielfalt der Wissenschaft dem Besucher nahe gebracht.“ Dies machte Sie als eine der ersten Institutionen auf der ganzen Welt. Wenn nicht sogar als Erste. Was früher etwas besonderes war, hat heute aber stark zu kämpfen mit anderen Kultureinrichtungen wie Theater, dem Kino oder auch einfach den Medien, die von zuhause aus abrufbar sind. Auch etablierten sich in den letzten Jahren viele andere Orte der Wissensvermittlung. Die goldenen Zeiten hat die Urania hinter sich und muss nun neue Wege einschlagen, um auch in der Zukunft bestehen zu können.

Die Urania hat neben den Vorträgen nun Theater, Tanz, Gesang und Filme in das Programm aufgenommen. Es gibt nicht mehr nur den einen Zweig, den die Urania bedient. Auch werden die Räume vermietet und Firmen halten ganze Messen in den Gebäuden ab. Um zu überleben, wurden immer neue Wege gesucht. Das merkt man dem Auftreten der Urania auch an. Diese gesamten Einflüsse sind für das Team der Urania fast nicht zu bewältigen. Wenn man sich nun die Außendarstellung der Urania ansieht, wird schnell klar, dass es keinen klaren Wert gibt, wie man sich präsentieren möchte. Es werden fast ausschließlich nur die Programmhinweise auf Plakate gedruckt oder das Programmheft in der Stadt verteilt. Nur über den Inhalt zu kommunizieren ist, ein gutes Mittel um schon begeisterte Uraniagänger mit Content zu beliefern. Neue Gäste und Interessenten zu akquirieren ist aber in der bisherigen Weise sehr schwierig bis fast unmöglich. Es fehlt ein „Warum“ und das Hervorheben der besonderen Leistungsmerkmale der Urania. Eine Werbung für die Urania selbst und nicht nur für ihr Content.

Um diese Werte der Urania in die Köpfe der Berliner zu bringen, wählte ich eine Image-Plakatkampagne. Der Ursprung der Kampagne liegt in der Urania selbst. Im Büro der Leitung sind Bilder und vor allem Autogramme von besonderen Sprechern und Freunden der Urania an die Wand gehangen worden. Es ist ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Wo Einstein auf Sir Simon Rattle trifft oder Helmut Kohl auf Werner von Siemens. Diese besondere Atmosphäre des Raumes ließ mich nicht los bei den Überlegungen für ein Konzept der Kampagne. So ließ ich mich von dem Raum inspirieren und baute, ausgehend vom dem Material aus diesem Raum, die Kampagne auf.

![alt text](https://media.giphy.com/media/l3vR40m0aCP1ioKSQ/source.gif „Die Plakate sind links im Material“)

Die Plakate sind sehr zurückhaltend gestaltet, um den Hauptpersonen auf den Plakaten nicht die Schau zu stehlen. Der Weißraum funktioniert außerdem als Wand für die dargestellten Bilderrahmen der Autogramme. Gleichzeitig entsteht beim Betrachter das Gefühl, in einem alten Familienalbum zu blättern, was eine gewisse Verbundenheit hervorruft. Die bewusste Reduzierung auf Text und Bild ist stark förderlich für die Wahrnehmung im lauten Werbeumfeld. Ähnlich wie bei Apple-Kampagnen ist die Wegnahme von Unwesentlichem ein guter Weg, um auf das Produkt (hier die Urania) einzugehen und die Wahrnehmung zu steuern.

Urania_Incom_Bild_1-Wiederhergestellt.jpgUrania_Incom_Bild_1-Wiederhergestellt.jpg

![alt text](https://incom.org/action/open-file/232819 „Plakate Urania“)

Bei dem Programmheft und den Büromaterialien handelt es sich eher um eine ‚Fingerübung‘, die neben der Hauptaufgabe der Kampagne entstanden ist. Hier verfolgte ich einen etwas anderen Weg - nicht die Reduzierung ist das Mittel der Wahl, sondern durch Hilfe von Schraffierungen kommen die Objekte sehr laut zur Geltung. Die Schraffierung leitete ich aus einem alten Heft der Urania ab, welche auf den Covern aus den 1990-ern mit einer großen Schraffierung arbeitete. Weil die Urania immer sehr ruhig und zurückhaltet auftritt und die anderen Entwürfe für das Programmheft auch sehr ruhig waren, versuchte ich der Urania mit der optischen Lautstärke von roten Streifen, eine besonderes Äusseres zu geben. Die entstanden Werke sind eher als Idee oder Konzept zu verstehen und keine Reinzeichnung eines gut durchdachten Konzepts für ein Programmheft. Die Visitenkarte und Briefe wurden optisch an die Idee des Programmhefts angepasst.

Insgesamt war der Kurs deutlich anderes als ich ihn mir vorgestellt habe. In den Corporate Kursen, die ich bei Herrn Beyrow belegt hatte, wurden vor allem Produkte wie Öl, Spülmittel oder eine Schifffahrtflotte neu gestaltet. Die Urania als große Kultureinrichtung war dann doch etwas sehr anderes und sehr anspruchsvoll in ihren Einzelheiten zu erfassen. Man merkte, dass es doch deutlich Unterschiede im Corporate Design gibt. In diesem Semester war die Analyse einer der Hauptparts und nicht nur notwendiges Beiwerk beim „Redesignen“, wie bei anderen Corporate Projekten. Es war sehr interessant eine völlig neue Art des Designs kennen zu lernen. Wie vielfältig ein Objekt sein kann, merkt man, wenn man sich die anderen Semesterarbeiten aus dem Kurs anschaut. Von Programmheft, Bildsprache bis hin zu Beschilderung wurde nur ein kleiner Teil der Urania unter die Lupe genommen, aber man konnte trotzdem damit ein ganzes Semester füllen. Die wirkliche Arbeit war in diesem Semester eher die Urania zu verstehen und dann Ansätze für Lösungen zu entwickeln und nicht einfach ein Konzept für ein bestehendes Produkt zu konstruieren. Ein Kurs aus dem man lange Schöpfen wird und bei welchem ich auch mit den Endergebnissen sehr zufrieden bin.

Urania_Incom_Bild_1.jpgUrania_Incom_Bild_1.jpg

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Studienarbeit im zweiten Studienabschnitt

Betreuung

foto: Constanze Vogt

Zugehöriger Workspace

CI/CD: Kommunikationsstrategien für eine Kultureinrichtung

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2016

Keywords

zusätzliches Material