Beschwerde // Verletzung der Gleichberechtigungsgrundsätze
Sehr geehrter Prof. Walter Hardt, Dekan des FB Design der FH Potsdam,
Sehr geehrte Mitglieder des Prüfungsausschusses,
Sehr geehrte Mitglieder des Fachbereichsrates,
Sehr geehrte Gleichstellungsbeauftragte im FB Design,
Sehr geehrte Vertreter des Allgemeinen Studierenden Ausschuss,
Sehr geehrte Vertreter des Studierendenrates,
Sehr geehrte Professoren,
Sehr geehrte Studierenden,
Das aktuell praktizierte Verfahren, Listen für teilnehmerbegrenzte Kurse im Fachbereich Design auszuhängen, ist absolut diskriminierend und stellt in meinen Augen eine Verletzung der Gleichberechtigungsgrundsätze dar. Das Verfahren ist außerdem dazu geeignet ein Verhalten der Studierenden zu provozieren, welches nach §31 Abs. 2 des Brandenburgischen Hochschulgesetzes einen Ordnungsverstoß darstellen kann.
Das von den Verantwortlichen durch die Hängung von "verbindlichen Listen" provozierte Verhalten, Ellenbogeneinsatz im Haus 5 zu zeigen und diesen auch noch durch Listenplätze zu belohnen, widerspricht einem gesunden und nur allzu verständlichen Anspruch auf Gleichberechtigung und schadet in meinen Augen darüber hinaus einer akademischen Ausbildung, wie es die an der FH Potsdam darstellen sollte. Von anspruchsvoller, geistiger Elite und angemessener, akademischer Ausbildung war der FB Design der FH Potsdam am Donnerstag, den 29.03.2007 meiner Auffassung nach weit entfernt. Studenten können aufgrund dieses Verfahrens einander nur schwer mit Respekt begegnen.
Eine Unverständlichkeit, dass die Studenten des Fachbereichs sich überhaupt mit auf diese Prozedur einlassen. Noch verwunderlicher, dass ein solches Prozedere durch diejenigen gefördert und angewandt wird, denen es sonst obliegt die geistige Oberschicht dieser Gesellschaft auszubilden, oder überhaupt die Zustimmung derer erhält, die sich sonst so fleißig um geistig qualifizierte Ausbildung ihrer Schüler bemühen.
Immer wieder bekommen wir als angehende Gestalter die moralischen Ansprüche unseres Berufsbildes mitgeteilt und werden gemahnt auch moralische und gesellschaftliche Verantwortung nach Außen zu tragen. In diesem Kontext kann ich, und vielleicht geht es anderen Studenten genauso, ein solches Prozedere, wie das der ausgehängten Listen und die "Schlacht" darum nur als äußerst peinlich, beschämend und diskriminierend empfinden.
Der Bemühung, eine Lösung des Problems zu finden, die auch für die Studenten tragbar und vor allem nachvollziehbar ist, wurde bisher meines Wissens in keinster Weise Rechnung getragen. Jegliche Denkanstöße seitens der Studierenden wurden nicht berücksichtigt und einem Dialog mit den Betroffenen zur Lösung des Problems bisher aus dem Wege gegangen. Vielmehr sehen sich Professoren in ihrer Funktion (sicherlich zu Recht) als Betroffene, die mit den überfüllten Kursen ihrer selbst überlassen sind.
Stellt sich Allem vorran die Frage, warum einige Kurse weniger frequentiert und andere maßlos überlaufen sind und woher der Andrang an den betroffenen Stellen herrührt. Dass wichtige Grundlagenkurse, die offenbar für die Studenten essentiell sind, auf Grund des zukünftigen Ausscheidens der Professoren dieser Kursangebote, sehr gefragt sind, liegt eindeutig in dem Interesse der Studenten begründet, diesen Kurs vor Studienende noch "mitzunehmen", bevor diese eventuell aus einem Ausbildungsangebot wegrationiert werden. Sie halten diese Kurse offensichtlich für sehr wichtig. Darauf wurde bereits im letzten Sommer von studentischer Seite hingewiesen. Darüber hinaus existieren immer wieder andere Kurse und Werkstattangebote, deren Inhalte den Studierenden so interessant erscheinen (aufgrund interessanter Kooperationsprojekte, etc.), dass das Interesse die Kapazitäten übersteigt.
Für alle diese aus diesen Gründen überlaufenen Kurse sollte die Leitung des Fachbereichs eine vernünftige Lösung finden. Damit sind nicht die Studenten gemeint, die sich einfach um die Kurse und das Angebot "schlagen" sollten, sondern vielmehr die Verantwortlichen, die schnellstmöglich eine vernünftige, höchstmöglich faire Lösung entwickeln sollten.
Ein Lösungsvorschlag:
Zu Semesterbeginn könnte es eine Semesterthemenvorstellung geben, zu der alle Professoren nicht nur das Thema ihres Kurses wissen, sondern darüber hinaus auch Raum und Uhrzeit ihres Kurses benennen können. Nach der Vorstellung hat jeder der Studenten mit ausreichend Zeit die Möglichkeit sich seine Kurse zusammenzustellen. Er/Sie kann sich in Ruhe seinen gewünschten Stundenplan zusammenstellen. Einen Tag später (jeder der Studenten kann im Mac-Labor einen Computer nutzen, sofern kein eigener vorhanden) würden die Kurse bei INCOM eingestellt. Jeder Student könnte nun innerhalb dieses Tages per Mausklick sein Interesse an einem Kursangebot bekunden. Diese Interessenten würden in einer Liste gespeichert. Über diese Liste würde die Anzahl der verfügbaren Plätze ausgelost und die verbindliche Liste am übernächsten Tag bekannt gegeben. In diesem Auswahlverfahren könnten Auswahlschlüssel eingebaut werden, die Semesterzahl, etc. berücksichtigen. Bei Kursbeginn könnte nun vom/von der jeweiligen Professor/in diese Teilnehmerliste auf Anwesenheit oder Krankmeldungen überprüft werden. Über eventuell verfügbare Nachrückerplätze könnte dann unverzüglich auf INCOM informiert werden.
Zwar wäre nun immer noch der Zufall Vater des Gedanken, allerdings ist die Lösung für alle transparent und nachvollziehbar, die Auswahlschlüssel können im Vor- und Nachhinein von den Studenten jederzeit eingesehen werden, so dass die Platzvergabe absolut fair und kontrollierbar bleibt.
Diese Lösung ließe sich kostengünstig auf INCOM über eine intelligente Datenbankprogrammierung umsetzen. Sie böte den Mehrwert für die Grundlagenkurse auch ein Interesse über mehrere Semester zu verfolgen und dann im Auswahlschlüssel zu berücksichtigen.
Natürlich dürfte es sich hierbei nur um eine Regelung für "besondere" Kursangebote handeln, denn niemand sollte auf Grund eines Losverfahrens in allen Kursen am Ende ganz ohne belegten Kurs dastehen (aber auch das sollte sich in einem Auswahlschlüsselverfahren überprüfen lassen).
Ich fordere hiermit auch die jeweiligen Studentenvertreter des StuRa und des AStA dazu auf, aktiv für einen Dialog zum Thema "Einschreibelisten" einzutreten, darüber hinaus konkrete, funktionierende Lösungsansätze beizusteuern und für eine gerechte und nachvollziehbare, transparente Lösung im Sinne der Studierenden einzustehen.
Alle Studierenden des Fachbereichs fordere ich dazu auf, auch im Sommersemster 2007 Abseits von Listen diejenigen Kurse zu besuchen, von denen Sie sich einen Mehrwert für ihr Studium versprechen und diejenigen Listen zu boykottieren, die in ihren Augen eine Verletzung der Gleichberechtigkeitsgrundsätze darstellen.
mit der Bitte um Stellungnahme und Prüfung des Sachverhaltes,
hochachtungsvoll,
mit freundlichen Grüßen,
Lasse Wolf
Studierender im FB Design der FH Potsdam
6. Semester Kommunikationsdesign
Matr. Nr. 6277
Warum wir diskutieren um zu studieren.
An Tomas:
Grundsätzlich hast du wohl recht...früher war alles anders. UND, was bringt uns das. Schön das soviel erreicht wurde, aber das kam sicher nicht aus der Luft gezaubert. Da haben sich viele Leute an ganz kleinen Ecken herangemacht und sich eingesetzt damit eine runde Sache daraus wurde. Eben darum wäre es verantwortungslos das Kind jetzt fallen zu lassen. Sicher müssen wir uns für sinnvollere Themengebiete einsetzen und wenn man so rangeht wären da noch ganz andere Weltprobleme die uns ganz existenziell bedrohen und es gilt nicht eines, sondern alle zu bewältigen. Was nützt mir der getötete Bär, wenn mich der Wolf frisst.
Das Pferd von dieser Seite aufzuzäumen kann es also nicht sein (um mit Tierbeispielen fortzusetzen), vielmehr müssen wir uns gegenseitig hier immer wieder wachrütteln für unsere Überzeugungen einzustehen, denn das ist tatsächlich selbstverantwortliches Studium.
Und da stellt sich die Frage: Schadet uns Diskussion? Ist es falsch Probleme dazustellen? Und wo ist die Differenz zwischen "schon studieren" und "noch diskutieren".
Da sage ich doch: Wem das Herz für seine Sache, seine Berufung, seine Schule, ja sein Studium fehlt um zu diskutieren, der studiert anders als ich es für richtig halte...der lernt, aber studieren tut er nicht.
Deshalb rufe ich auf: Diskutiert Leute, lasst euch nicht den Mut nehmen und diskutiert für eine Stelle im AV-Bereich, für mehr Lehrkräfte statt der tollsten Technik, für die Siebdruckwerkstatt, für den Bleisatz, für das Casino.
Seit hier, seit aktiv. Die Berufung deiner studierenden Studenten, Thomas, ist das Zugfahren. Von Berlin nach Potsdam und wieder zurück. Und ich weiß, dass ich an dieser Stelle zerissen werde, aber kommt nur und diskutiert und stellt fest, wie unglaublich dieser Campus sein könnte wenn alle etwas wöllten, außer zu sagen: Gestern war alles schlechter als heute. Und dafür einstünden bis es geschafft sei (denn nur meckern, das nützt uns garnichts).
Um hier wieder zum Thema zurückzukommen: Zum empfohlenen Treffen (weil auch sehr kurzfristig) waren drei Personen anwesend. Vielleicht hätte man einen Aushang in der RE/S-Bahn machen sollen.
Aber Hr. Grahn hat seine vormahlige Aussage ja insofern revidiert, dass es sich um ein Missverständnis handeln würde, weshalb es zu klären gilt wieviele, wenn nicht alle Listen nun unsere Anwesenheit um 15 Uhr erfordern.
Vielleicht gewährt er uns ja eine Audienz (he nicht hauen, Ironie muss sein) und man kommt mal zu einem vernünftigeren Gespräch, als die bisherigen zwischen Tür und Angel.
Ich Entschuldige meine polemisierende Art.
Grüße.Flix.
diskutiert du noch oder studierst du schon?
als mittlerweile diplomierter designer der fhp beobachte ich die ganze diskussion mit kopfschütteln. ich habe 2000 angefangen an der fh zu studieren – damals gabs kein incom, sehr unterschiedliche regelungen für kurseinschreibungen, weniger kursangebote, viel weniger (und schlechter ausgestattete) rechnerarbeitsplätze und werkstätten als heute. komischerweise gab es damals nie einen solchen aufruhr wie das nun der fall ist. ich habe es immer als privileg gesehen ein designstudium absolvieren zu können. scheinbar sehen das viele anders – im prinzip wollen etliche studenten alles verzehrbereit serviert bekommen. die form der selbstorganisation und -verantwortlichkeit ist einigen wohl doch zu viel. es kann nicht sein das bloß weil man sein wunschprogramm fürs semester nicht realisiert bekommt, gleich anfängt alle methodiken der fhp in frage zu stellen und sich in schier endlosen diskussionen verstrickt. sicherlich ist die getroffene regelung keine ideallösung, aber man kann es sowieso nicht allen recht machen. ein farbkurs bei herrn bette ist kein muss, es gibt/gab auch andere möglichkeiten einen schein in diesem oder jenem modul zu erlangen...(im übrigen sind die hoch frequentierten kurse nicht automatisch die essentiellsten und besten). jetzt wird auch noch in frage gestellt, inwieweit die kursvorstellungen umfangreich genug sind – ich kann mich an zeiten erinnern da kamen zu den kursvorstellungen zu beginn des semester vielleicht 1/5 der studenten. wenn die listen nun nicht direkt danach ausgehängt werden würden und zwingend verbindlich wären, würde sich dies auch dieser tage nicht ändern.
man sollte auch mal anerkennen, das sich an der fhp vieles für die studenten verbessert hat. vielleicht sollten einige ihre überschüssigen energien besser in ihr studium investieren oder sich wichtigeren sachthemen widmen, die wirklich alle studenten was angeht (die studiengebühren werden sich definitiv auch im land brandenburg erhöhen, das ist nur ein frage der zeit).
es geht doch hier überhaupt nicht darum, dass jemand etwas verzehrbereit serviert haben will oder den studienplatz als selbstverständlich ansieht, nur weil mal etwas kritisiert wird!
du schriebst im letzten satz dass studiengebühren auch uns "bedrohen"...gerade deshalb möchte man doch in bestimmte kurse reinkommen um das studium schnellstmöglich abschließen zu können!!...und die momentane lösung kommt einem da nicht sonderlich entgegen!...um geschätzte 5 listen werden sich trauben bilden und man muss sich dann wohl oder übel für einen dieser begehrten kurs entscheiden...es gibt da folglich keine wirkliche gerechtigkeit (da die anderen kurse dann "übrigbleiben")
so...warum kann denn die liste nich zum ersten oder zweiten kurstag ausliegen?! wer da ist kann sich einschreiben...wenn zu viele da sind gehts dann halt wirklich nach höheren semestern oder wonach auch immer!...dann steht man halt in der ersten semesterwoche mal eher auf um pünktlich da zu sein...
Danke Thomas, Du sprichst mir in vieler Hinsicht aus der Seele!
Viel Erfolg da draußen, Alex
du magst recht haben, diskussionen auf incom bringen kaum etwas. die frage ist ob man seine rechte kennt und wahrnimmt, denn immerhin sitzen einem gutbezahlte fachkräfte gegnüber, die immerhin auf mehr als "LISTEN" kommen könnten.
Welche Kurse sind denn tatsächlich betroffen?
Hallo Herr Grahn,
da jetzt klar wurde, dass nur ein Teil der Kurse von der Neuregelung betroffen ist, würde es mich nun interessieren, welche dies sind.
Wenn eine explizite Auflistung im Moment nicht möglich ist, würde ich darum bitten, dass bei der Veröffentlichung des Lehrangebots für das SoSe 07 die entsprechenden Kurse gekennzeichnet werden.
Grüße
Ich möchte hiermit meine Zustimmung und Unterstützung für das oben von Lasse Wolf geschriebene kundtuen und rufe alle Gegner dieses undurchdachten Einschreibe- systems auf es mir gleich zu tun.
3. April 2007 um 10:05 Uhr