Autor

Art des Projekts

Studienarbeit im Hauptstudium

Entstehungszeitraum

SS 08 - WS 08/09

Zugehöriger Workspace

Material

STICKit - Bezahlen und Informieren!

STICKit - Bezahlen und Informieren!

STICKit ist ein PrePaid Ticketingsystem per USB-Stick, sowie ein Informationsangebot für den öffentlichen Nahverkehr - der persönlicher Fahrplan für die Hosentasche und Ticket in einem.

STICKit - DAS SYSTEM

ANFORDERUNGEN

Bezahlen
Ich wollte, dass mein Ticketing-System papierlos funktioniert. Mobilität war mir wichtig - es sollte jederzeit und überall nutzbar sein. Außerdem wollte ich alle herkömmlichen Zahlmittel zulassen.

Fahren
Eine einfache und verständliche Tarifwahl stand für mich im Mittelpunkt. Sämtliche Ticket-Arten sollten erwerbbar sein. Das Ganze sollte Verkehrsmittelübergreifend funktionieren und die Möglichkeit Sparangebote zu nutzen sollte gegeben sein. Außerdem sollte ein dynamisches Erweitern der Tarife möglich sein.

PRE-PAID-LÖSUNG mit einem aufladbaren USB-Stick als Ticket

Die Idee basiert auf der Frage, wie man es dem Fahrgast möglichst schwierig macht, sein Ticket zu verlieren. Und was hat man eh meist dabei? Ein Schlüsselbund. Und am Schlüsselbund befindet sich häufig ein USB-Stick. So kam der Gedanke an eine USB-Lösung auf.

Dies hat mehrere entscheidende Vorteile:

klein und mobil (Allzeit-Dabei-Effekt)
überall (deutschlandweit) einsetzbar
„Persönlicher Fahrplan für die Hosentasche und Ticket in einem!”
zunehmende Akzeptanz von USB-Sticks im allgemeinen auf die nächsten Jahre ist zu erwarten
System ist mit dem heimischen PC oder dem Laptop
synchronisierbar (ohne ein zusätzliches Device)
individuelle Voreinstellungen sind problemlos möglich

Den STICKit-USB-Stick erhält man an allen Verkaufstellen mit einem individuellen Guthaben.

Es ist möglich STICKit anonym zu nutzen (hier sind die Standard-Einstellungen nicht individuell anpassbar) oder man personalisiert seinen Stick, um z.B. die Streckenplanung vorab am PC daheim zu erledigen (oder unterwegs vom Laptop aus). Hierzu ist einne Installation einer STICKit-Applikation auf dem Rechner nötig. Eine USB-Schnittstelle genügt hier, man braucht kein Extra-Device.

Man kann seine Fahrt nun entweder sofort buchen (bezahlen per Lastschrift-Verfahren) oder sie sich auf dem STICKit speichern (merken) und erst später an den Buchungstationen oder dem Entwerter (s.u.) buchen.

Wie machen es andere?

Der Ideation-Phase war eine ausführliche Recherche zum Thema Bezahlsysteme mit einem Vergleich der Vor- und Nachteile vorangegangen.

Pro/Contra:

Mobil-Telefon
+

bequem, schnell, unkompliziert

Handy erforderlich, Technische Voraussetzungen, meist mit Zusatzkosten verbunden (Anbieterabhängig)

Chip-Karte
+

bewährtes Konzept

„NOCH eine Karte!“

Armband
+

Ticket wird am Körper getragen

modisch fragwürdig, ungünstig für Träger von Armbanduhren und/oder Schmuck

Implantat
+

unsichtbar, Ticket IM Körper, Verlust unmöglich

medizinischer Eingriff nötig, Infektionsgefahr, hohe Kosten

TOUCH-STRECKENNETZPALN und BUCHUNGSSTATIONEN auf dem Bahnsteig

Die Idee eines Touch-Streckennetzplans resultierte aus der Ist-Analyse bezüglich des Fahrkartenkaufs bei der BVG.

Die Beobachtungen am Streckenplan zeigten, dass die Leute gehen dicht an den Plan herangehen um sich zu orientieren, sie berühren häufig das Glas und suchen ihre Strecken mit dem Finger.

Der Mehrwert liegt hier im streckenbasierten System: Man wählt seine Strecke direkt an der Stadtkarte bzw. am Streckennetzplan, es sind keine Kenntnisse über Tarife nötig. D.h. die Ticketwahl wird mit der Streckenauskunft kombiniert.

Ein Zugewinn für Betreiber besteht im Sammeln von Erkenntnissen über die Reisegewohnheiten der Fahrgäste.

Eine Analyse des aktuellen BVG-Fahrkartenautomaten zeigte die Notwendigkeit auf, zusätzlich zur Streckenwahl auch ein funktionierendes Bezahl-System zu entwickeln.

Eine Kombination aus Buchungstation und dem Touch-Streckennetzplan soll den Ticket-Kauf vereinfachen.

Auf dem Bahnsteig ist meist wenig Platz, der Fahrgast hat ein knappes Zeitbudget und drängelnde Menschenmassen verhindern jegliche Privatsphäre. Daher wäre ein All-in-One-Screen hier nicht angebracht.

Die Buchung der Fahrt und Laden des STICKits wird an einer vom Plan unabhängigen Station durchgeführt.

So ist es möglich, eine Fahrt zu buchen, ohne eine Strecke zu wählen und umgekehrt - man steht sich nicht im Weg herum und Wartezeiten werden vemieden.

Zudem wäre auch ein modularer Aufbau möglich um in der Übergangszeit eine Kombination aus herkömmlichem Ticket und dem STICKit-System gewährleisten zu können.

Strecke planen und buchen

Der Interaktions-Workflow zwischen Streckennetzplan und Buchungsstation sieht wie folgt aus:

Man kann selbstverständlich STICKit auch sofort an die Buchungsstation andocken, einen Standart-Tarif wählen und direkt "buchen" (das heißt: STICkit ist aktiv und man kann sofort losfahren). Man hat auch die Möglichkeit, sich diesen Tarif zu "merken" (das heißt: man tritt die Fahrt nicht sofort an) und aktiviert die Fahrt später über den Entwerter (s.u.).

ENTWERTER

Der Entwerter bucht immer die zuletzt "gemerkte" Fahrt. Wenn keine Fahrt vorgemerkt wurde, ist per Default der Kurzstecken-Tarif aktiviert. Dies kann man jedoch auch individuell anpassen, sofern man seinen STICKit personalisiert hat.

FLOWCHARTS

Komponenten und Buchungsablauf im Überblick

ABMESSUNG

Der Streckennetzplan hat das Ausmaß einer Stadtkarte, die zur Zeit an den meisten Haltestellen des ÖPNV zu finden ist.

Der Screen der Buchungsstation entspricht in etwa einem 20-Zoll-Bildschirm.

SZENARIO

Tina Müller, 27, hat einen Freund in Moabit besucht und befindet sich am U-Bahnhof Turmstraße.

Spontan fällt ihr ein, dass sie noch etwas im Wedding zu erledigen hat und sie will daher zunächst zum Gesundbrunnen fahren und erst im Anschluss zurück nach Hause zum Alexanderplatz.

Am Abend möchte sie noch mit ihrer Kollegin im Prenzlauer Berg ins Kino gehen.

SCREENWORK

Ein PDF als Click-Prototyp durch die verschiedenen Funktionen der Karte gibt´s HIER.

Den Click-Through für den Screen der Buchungsstation HIER downloaden.

DANKE.

An dieser Stelle noch abschließend ein herzliches Dankeschön an die Professoren Nils Krüger und Frank Heidmann, Herrn Mühling von der ViP und an alle Kursteilnehmer für Beratung und Feedback.