callMe

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Eine interaktive Installation zum Theaterstück ªMobil´

Das Theaterstück

Mobil
von Sergi Belbel // Aus dem Katalanischen von Klaus Laabs

Mit
Rita Feldmeier (Claudia)
Anne Lebinsky (Rosa)
Hannes Wegener (Jan)
Cornelia Schmaus* (Sara)

Regie: Tobias Rott

Alle telefonieren, fast alle mobil. Nur Sara nicht. Sie, Mitte fünfzig, hasst Handys, Flugzeuge und Reisen. Doch ihre Tochter Rosa hat ihr einen „Fern“-Urlaub gebucht und ein Mobiltelefon geschenkt, damit sie in Verbindung bleiben können. Die Mutter soll aus ihren Depressionen befreit werden, in die sie ihr untreuer Mann gestoßen hat. Saras Flug hat sieben Stunden Verspätung, Zeit genug, die Gebrauchs-anweisung zu studieren und vom Handy-Verächter zum Dauertelefonierer zu werden. Wer telefoniert noch? Z. B. Claudia, Firmenchefin, ebenfalls um die fünfzig, mit dem wesentlich jüngeren Jan, dem sie Geld- und Liebesentzug androht, wenn er sie nicht sofort vom Flughafen wegholt. Denn dort ist eine Bombe detoniert... Beide Frauen überleben das Attentat und das leidige Technikspielzeug erweist sich als große Kostbarkeit. Über Kreuz- und Quertelefonate, Mailbox-Nachrichten, weitergeleitete Ton- und Bildspeicherungen kommen alle in Kontakt, bis sie sich von Angesicht zu Angesicht wahrnehmen: die beiden geschockten Mütter zuerst, dann der attraktive Jan und die liebesbedürftige Sara, ganz zuletzt auch Jan und Rosa. Ein überraschungsreiches, aberwitziges Spiel im Banne moderner Kommunika-tionsmaschinen, wo neue Mobilität und Lebenskraft gewonnen wird – und wo sich Handys, wie der Autor hofft, zum guten Ende überflüssig machen.

Konzept

In Kooperation mit dem Regisseur Tobias Rott und dem Dramaturg Hans Nadolny, sowie den Schauspielern von dem Hans-Otto-Theater Potsdam wurde ein Konzept entworfen, dass sich Inhaltlich mit dem Kernthema des Theaterstückes „mobil“ von Sergi Beibel auseinandersetzt und dieses in der Öffentlichkeit kommuniziert. Um auf das Theaterstück aufmerksam zu machen, ohne sich dabei banaler Werbestrategien zu bedienen, entwickelten wir eine interaktive Videoinstallation, die es ermöglicht via Handy in Kontakt mit den Charakteren des Theaterstückes zu treten. Von den vier Figuren Claudia, Rosa, Jan und Sara wurden Videos produziert, auf denen diese kurze, prägnante Sätze aus dem Stück in ihr Mobiltelefon sprechen. Die Videos werden an prominenter Stelle in das Schaufenster des Spielortes projiziert. Den Rezipienten wird durch die eingeblendete Handynummer des jeweiligen Charakters ermöglicht, diesen bzw. das ihn repräsentierende Video anzurufen. Alle vier Figuren verharren in einer gelangweilten, abwartenden Pose. Geht nun ein Anruf in dem System ein, nimmt der Schauspieler in dem Video ab und spielt einen kurzen an den Betrachter gerichteten Monolog aus dem Stück.

Spielort

Die Installation "Call Me"

Making of…

Folgende systematische Kette wurde für das triggern der Videos realisiert:
Nokia 3310 > Arduino > Java.
Die Nokia Handys mussten technisch so präpariert werden, dass sie ein Signal an das Arduino-Board weiterleiten, sobald sie angerufen werden. Das Java-Pogramm steuert die Wiedergabe der Videos und sendet ein Signal über den Serialport sobald wieder aufgelegt werden soll.
Um dieses technische Setup zu ermöglichen wurden die Kontakte der Handy's (Vibrationsalarm & Bestätigungstaste) überbrückt und an das Arduino-Board gelegt, das den Anruf an Java weiterleitet, um die Videos zu starten. Sobal wieder aufgelegt werden soll, sendet Java eine message an das Arduino-Board, welches die verbundenen Kontakte des Handys erneut überbrückt, um aufzulegen.

Entwicklung des Kommunikationssystems

Aufbau

Premiere