Volkstreppen

Volkstreppen

Die Volkstreppen sind interaktive Installationen, die im Oktober 2004 im Palast der Republik in Berlin-Mitte ausgestellt waren. Ziel war es, die alten Rolltreppen im Palast der Republik in interaktive Skulpturen zu verwandeln. Die statische Grundstruktur der Treppenkörper wird durch Projektionen zu einer dynamischen Form. Mit Hilfe von Motion-Tracking können Besucher durch ihre Bewegungen direkt mit den Installationen interagieren.

Hintergrund

Im Sommer und Herbst 2004 wurde der seit 1990 geschlossene Palast der Republik im Zentrum Berlins wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Rahmen des Volkspalastes fanden eine Reihe von kulturellen Veranstaltungen in und um den Palast der Republik statt. In diesem Zusammenhang konnte auch das Projekt "Volkstreppen" realisiert werden.

Am 14. Oktober wurden die Volkstreppen-Ausstellung eröffnet. Sie war bis zum 16. Oktober zu sehen. Einen Eindruck von der Ausstellung vermittelt die Videodokumentation der Ausstellung.

Die Installationen

Die Volkstreppen bestehen aus drei einzelnen Installationen. Jede Einzelne geht vom gleichen Ansatz aus: eine alte Rolltreppen im Palast sollte durch Projektionen und durch die Motion-Tracking-Technologie in eine interaktive Skulptur verwandelt werden.

Motion-Tracking ist eine Technologie, bei der Bilder einer Videokamera von einem Computer im Hinblick auf Farben, Muster und Bewegungen ausgewertet werden. Mit Hilfe von Tracking können also Besucher einer Ausstellung nur mit ihren Bewegungen im Raum direkt in den Ablauf eines Programms eingreifen. Der Computer tritt somit als Objekt nicht in Erscheinung - vielmehr wird der Raum selbst zum Eingabemedium.

Die Ausstellung

Impression der Ausstellung im Palast der Republik

Switching Time and Space

Switching Time and Space ist eine spielerische Installation. Die Besucher können durch ihre Bewegungen Muster auf eine virtuelle Rolltreppe zeichnen. Jeder Stufe der Rolltreppe sind Muster zugeordnet, die an die frühere Inneneinrichtung des Palastes erinnern. Die Farben sind vom Ort der momentanen Bewegung abhängig.

Je höher die Aktivität der Besucher, um so schneller bewegen sich die Muster auf der virtuellen Rolltreppe.

Starschnitte

Beim Projekt Starschnitte werden die Besucher der Ausstellung selbst in die Installation integriert. Stellt sich eine Person vor die Installation, so wird ein Foto von ihr gemacht. Dieses Foto wird nun in eine Reihe von Streifen zerschnitten. Bewegt sich die Person nach der Aufnahme werden die einzelnen Streifen gegen ältere Aufnahmen ausgetauscht.

Es entsteht also eine Collage aus Aufnahmen der letzten Besucher. Verlässt der Besucher den Aufnahmebereich, so wird eine zufällige Abfolge aus allen aufgenommenen Bildern abgespielt. Jeder Besucher wird somit Teil der Installation.

dis/order

Die Installation dis/order erzeugt ein verfremdetes Spiegelbild der Personen, die vor ihr stehen. Die Menschen werden als eine Anzahl pulsierender, dynamischer Bildpunke dargestellt, die auf jede Bewegung vor der Installation reagieren.

Wenn es zu vielen, schnellen Bewegungen kommt, ordnen sich die Bildpunkte neu an und erzeugen Zeichen, die das Spannungsfeld der jungeren Berliner Geschichte symbolisieren.

Auch in dieser Phase reagiert die Installation auf die Umgebung. Die Größe und Farbigkeit der Bildpunkte entspricht der Farbigkeit und Aktivität vor der Installation.

The making of...

Die Volkstreppen entstanden während der Projektwochen 2004. Hier ein kleiner Einblick in den Entstehungsprozeß.