Masterarbeit
Die Masterarbeit "Gestaltungsstrategien für konvergente Medien" von Sebastian Purfürst und Christian Mahler setzt sich mit den grundlegenden Prinzipien der neuen Medien auseinander und untersucht deren Auswirkung auf traditionelle Gestaltungsstrategien.
ÖFFENTLICHE PRÄSENTATION
Mo. 13.06.2005 // 11:00 Uhr
Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf";
Marlene-Dietrich-Allee 11; 14482 Potsdam
Raum 1101 // kleines Kino
http://www.hff-potsdam.de
THESE UND KERN DER UNTERSUCHUNG
Die Masterarbeit „Gestaltungsstrategien für konvergente Medien“ von Sebastian Purfürst und Christian Mahler setzt sich mit den grundlegenden Prinzipien der neuen Medien auseinander und untersucht deren Auswirkung auf traditionelle Gestaltungsstrategien.
These und Kern der Untersuchung: Die digitalen, audiovisuellen, interaktiven Plattformen vereinigen traditionelle Medienformen. 1. Welche neuen Anforderungen stellen sich an den Gestalter der neuen Medien? 2. Welche tradtionellen Gestaltungsstrategien lassen sich weiterführen? 3. Welche neuen Gestaltungsansätze bieten die digitalen Medien?
Die fünf audiovisuellen Essays mit einer Gesamtlaufzeit von 200 Minuten verknüpfen die analytische Auseinandersetzung mit den kommentierenden Perspektiven einer Vielzahl von Experten auf dieses Thema. Es kommen hierbei u.a. Lev Manovich, Friedrich Kittler, Heiner Göbbels, Peter Sloterdijk und Carl-Frank Westermann zu Wort.
DATABASE NARRATIVE
Im Ergebnis werden auf der Basis einer Bestandsaufname und Kategorisierung der bestehenden und sich abzeichnenden Gestaltungsformen für konvergente, digitale Medien die Anforderungen an die sich verändernden Prozesse in Designentwicklungen formuliert und perspektivische Lösungswege aufgezeigt. Die fünf audiovisuellen Essays stehen sowohl in Form einer nichtlinearen „Database Narrative“ als auch in einer DVD-Edition zur Verfügung. Die Themen im Einzelnen:
01 - HIGH DYNAMIC RANGE DESIGN
introduction ## from object to signal ## the soft media abject ## transcoding ## database - interface ## from soft to smart ## summary // Das erste Kapitel versucht, die von Lev Manovich in "The Language of New Media" formulierten Prinzipien der neuen Medien im Blick auf designrelevante Aspekte zu interpretieren. Die folgenden vier Kapitel bauen darauf auf.
02 - ASTHETIC ASPECTS OF THE SIGNAL-NOISE-RATIO
introduction ## media and noise ## noise as metainformation ## summary // Das technische Kommunikationsmodell von Shannon und Weaver aus den 40er Jahren beinhaltet den Aspekt des Rauschens in einem Medium. Die Autoren versuchen die ästhetischen Phänomene im Vergleich von analoger und digitaler Technologie zu beschreiben, um Rückschlüsse auf veränderte gestalterische Aussagen ziehen zu können. Auf den Erkenntnissen bauen die beiden folgenden Kapitel auf.
03 - THE FINE ART OF DESIGNING SILENCE
introduction ## perception ## muting technology ## film language ## re-construction vs. de-construction ## summary // Wenn das Grundrauschen des digitalen Mediums gegen Null strebt, dann wird das gestalterische Mittel der Stille in bisher nicht gekannter Qualität nutzbar. Die künstlerische Stille kann besonders im Vergleich mit den analogen Medien neu betrachtet werden. Durch die numerische Repräsentation aller Medienformate im Digitalen gibt es auf der akustische und visuellen Ebene ähnliche gestalterische Neuansätze.
04 - THE FINE ART OF DESIGNING NOISE
introduction ## digitally processing and filtering ## culural codes and digital patina ## simulating analog formats ## simulating the digital world ## inventing fictive noise and malfunctions ## layering codes ## media nostalgia ## summary // Der Vergleich zu den analogen Medien offenbart nicht nur technische Unterschiede in der Abbildungsqualität sondern eröffnet Fragen zur kulturellen Kodierung von Störungen und deren gestalterisches Potential. Die digitale Reinheit ermöglicht das Zitieren und Simulieren jeder Art von Medien und deren Abbildungsqualitäten. Auf der Grundlage der kulturellen Kodierung von Störungen lassen sich im Digitalen sogar scheintechnologische Phänomene erfinden und sowohl gestalterisch als auch inhaltlich nutzen.
05 - FROM HYBRID SPACE TO HYBRID CODE
introduction ## the doors of perception ## 3d objects on a
2d surface ## hybrid space ## time and space and discrete units ## type in space and time ## summary // Der von Lev Manovich geprägte Begriff „Hybrid Space“ dient als Ausgangspunkt für die Betrachtung des Zusammenwirkens gestalterischer und kultureller Codes in digitalen Produktionen, in denen Quellen unterschiedlichen Ursprungs aufeinander treffen. Exemplarisch steht der Spezialfall der Kombination von Film und Typographie dabei im Mittelpunkt der Auseinandersetzung.
Die Masterarbeit entstand unter der Betreuung von Prof. Klaus Dufke (Fachhochschule Potsdam); Prof. Uli Weinberg (Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“); und Prof. Winfried Gerling (Studiengang Europäische Medienwissenschaften / Universität Potsdam).
Sebastian Purfürst und Christian Mahler, die bereits mit der Entwicklung eines 35mm-Kinotrailers für das Kurzfilmfestival INTERFILM als Abschlussarbeit ihres Diplomstudiums an der Fachhochschule Potsdam eine Vielzahl von öffentlichen Auszeichnungen und Designpreisen entgegen nehmen konnten, präsentieren sich nun als die ersten Absolventen des jungen Master-Studiengang Design.
Dokumentation der Diplomarbeit:
INTERFILM 2002 - Kinotrailer für das Kurzflmfestival Interfilm2002
CONVERGING MEDIA
Wir befinden uns auf dem Weg in eine audio-visuelle Kultur vernetzter, konvergenter Medien. Durch die zunehmende Digitalisierung von Informations- und Unterhaltungsmedien, z.B. Printmedien, Onlinemedien, Kino, Fernsehen, DVD, Computerspiele usw. verändern sich sowohl die Produktions- als auch die Rezeptions-Szenarien von Designleistungen. In Ergänzung zu den traditionellen Gestaltungskompetenzen erfordern die neuen digitalen Medien einen bewussten Umgang mit neuen - beispielsweise auditiven und interaktiven Elementen. Gestaltung mit digitalen Medien verlangt vom Designer, sich grundlegende Kenntnisse auch der Informatik, Soundbearbeitung, Dramaturgie, Regie usw. anzueignen.
ZU DEN AUTOREN
CHRISTIAN MAHLER / SEBASTIAN PURFÜRST
Jahrgang 1976 // Studium zum Kommunikationsdesigner an der FH-Potsdam // Zahlreiche Produktionen im Bereich Motiongraphic und audiovisuelle Medien. // Gündungsmitglieder von lem - Freelancer united.
GEMEINSAME AUSZEICHNUNGEN # 2001 animago award 2001 # für die beste Logoanimation im Bereich Professional # mit dem Trailer für den Berliner Filmverleih "zoomfilm.de" # 2003 animago award für ihre Diplomarbeit "Kinotrailer für das Interfilmfestival" den 1. Preis bei den Animago Awards 2003 in der Kategorie Education/Compositing:Trailer, Opener.
KURZVITA MAHLER # Lebenslauf # 1976 geboren in Oranienburg # 1995 Abitur # 1997-2002 Studium zum Diplom Designer an der Fachhochschule Potsdam # 2000 Gründungsmitglied der Freelancer Gruppe "lem" # 2002 Diplom # 2003 - 2005 Masterstudium an der Fachhochschule Potsdam.
KURZVITA PURFÜRST: 1976 geboren in Cottbus # 1995 Abitur # 1997 - 2002 Diplomstudiengang Kommunikationsdesign FH-Potsdam # 2000 Gründungsmitglied der Freelancer-Gemeinschaft "lem" # 2002 Diplom # 2003 - 2005 Masterstudium an der Fachhochschule Potsdam.
WEITERE MA-STUDIENARBEITEN
Neben der Abschlussarbeit entstanden während des dreisemestrigen "thesis- bzw. forschungsorientierten" Masterstudiums eine Reihe weiterer Studienprojekte:
DER BLAUE PLANET-VISUAL MUSIC Im Juni 2003 entstand im Auftrag der BMG-Musik GmbH Berlin für den 3:30 minütigen Song "Der Blaue Planet - Karat remixed by Westbam" ein animiertes Musikvideo. Der enge Zeitraum von vier Wochen verlangte eine sorgsame gestalterische und logistische Planung zur Durchführung der Produktion. Gestalterische Schwerpunkte in dem Animationsvideo sollten zum einen die Illustration und Interpretation des deutschen Textes sein, zum anderen war eine Visualisierung der Rythmen und Sounds gefordert. Dazu wurden die Bildelemente soundsynchron animiert oder über den Pegel des Soundtracks gesteuert. // Genre: Musikvideo // Zeitraum: 06/2003// Format: 786x576 PAL Länge: 3:27:17 min // Konzeption, Grafik, Animation: Sebastian Purfürst, Christian Mahler // Client:BMG Berlin Music GmbH
KULTURCHECK - On Air TVDesign Im März 2004 entstand für die wöchentliche TV-Sendung KULTURCHECK ein neues On Air Design. Anlässlich der zweihundertsten Sendung wollte sich das Berliner Programm in einem neuen Design präsentieren. Angesichts der steigenden Zuschauerzahlen von ca. 20.000 pro Sendung erschien das bisherige, bereits vier Jahre alte, von Sat.1 produzierte OnAir Design nicht mehr zeitgemäß und sollte ersetzt werden. Regie und Postproduktion fanden in Kooperation mit der Firma TV Production Facility statt. // Genre: On Air Design //Zeitraum: 03/2004 // Format: 720x576 PAL // Länge: Opener: 35s, Bumper: 6s, Trenner: 5s, Binden: 4-9s Credits: 30s // Client: TV Production Facility.
N_SPACE IMAGECLIP // Genre: Imagetrailer// zeitraum: august 2002 // format: dv - pal. // länge: 60 sek. // publikation: internationale funkaustellung berlin 2003
HOTEL - LA5T M1NUTE 3MOTIONAL TOURI5M // Genre: Musik DVD
ASCIIFX: Das Programm „ASCIIfx“ rechnet beliebige Bildfolgen in ASCII - Zeichenfolgen um. Die Grauwerte einzelner Zeichen sind den Helligkeitsinformation der Pixel zugeordnet. Über eine solches System ist es möglich, jede Art von Bildern mit einem Monospace-Zeichensatz nachzuempfinden. Bisherige im Netz verfügbare Programme haben ähnliche Operationen nur für Einzelbilder durchgeführt. Das Programm. „ASCIIfx“ ist für die Anwendung in Postproductions gedacht und orientiert sich daher in der Parameterbereitstellung an professionellen Renderingtools. In dem Video „KIA“ (Kapitel „NOISE“) wurden Layer mit diesem Tool gerendert.
RGBFX: Das Programm „RGBfx“ erstellt für beliebige PAL-Bildfolgen ein RGB-Histogramm, das animiert in PAL-Bildfolgen wieder ausgegeben wird. Viele professionelle Postproduction Tools ermöglichen die Kontrolle der Bilder über ein Histogramm, aber keine der uns zur Verfügung stehenden Software ermöglichte einen direkten Zugriff auf die analytischen Bildfolgen. Das Programm löst dieses Problem und rendert das Histogramm in komplette Bildsequenzen um, die in der Videosoftware weiter verwendet
werden können. Die Bedienung erfolgt über ein Batch-Rendering System, mit dem alle Parameter festgelegt werden können. Das Programm findet in verschiedenen Kapiteln der Masterarbeit "Gestaltungsstrategien für konvergente Medien" Anwendung.
VORTRÄGE UND LECTURES:
- EMAF 2003
- DesignCamp2003
- FMX/04 - Kongress für digitale Medienproduktion
- HOW THE MOVIE STARTS / Interfilm2004
THE LANGUAGE OF NEW MEDIA
Mit dem Ansatz, die Entwicklung der Formsprache der neuen Medien aus dem Film heraus zu betrachten, folgen die Autoren Mahler und Purfürst der Medientheorie von Lev Manovich, die er mit seinem Buch „The Language of New Media“ aus dem Jahr 2001 formuliert. Manovich stellt die erste systematische Theorie der Neuen Medien auf und formuliert die fünf so genannten „principles of new media“: numerical representation, modularity, automation, variability und transcoding.
Das Buch wird in seinem mediengeschichtlichen Zusammenhang als die ausführlichste Betrachtung seit Marshall McLuhan gehandelt. McLuhan stellte in seinen Werken jene Termini und Begrifflichkeiten auf, die die Medienforschung seit den 60er Jahren prägen. Die einflussreichsten Bücher sind “The Gutenberg Galaxy: The Making of Typographic Man” (1962) , „Understanding Media: The Extensions of Man“ (1964) und „The Medium is the Message“ (1967).





