Redesign des Fahrkartenautomat der DB

Redesign des Fahrkartenautomat der DB

Zielsetzung war es die Bedienung des zukünftigen Automaten der DB im Sinne eines Design-for-all Ansatzes mit Hilfe von Papierprototypen zu verwirklichen

01 Ausgangsituation & Problemstellung

Umgebung:
- Der Nahverkehr wird in den Automaten integriert

Physical Handling:
- 15” TFT Bildschirm
- Touchscreen
- Steckkartenleser
- Pinpad
- Gegensprechanlage

User Interface:
Verschiedene Fahrkartenautomaten mit gleichen Funktionen sollten konsistent gestaltet werden

Navigation sollte für alle potenziellen Benutzergruppen, d. h. auch für ältere und kognitiv beeinträchtigte Personen, leicht bedienbar sein

Der Benutzer sollte zu jedem Zeitpunkt wissen, welche Aktion der Automat von ihm erwartet, z. B. Einschieben der EC-Karte (Selbstbeschreibungsfähigkeit)

Hilfesystem. Welche Hilfestellung wird angeboten?

Eindeutiges wording

1.1 Zielgruppe

  • Nutzer, der unter Zeitdruck steht und in vielen Fällen zum ersten Mal mit dem jeweiligen Automaten interagiert (heimische Nutzer greifen in der Regel auf Zeitkarten zurück)
  • Nutzer, der das Tarifsystem im jeweiligen Verbund nicht kennt
  • Nutzer, der über keine oder eine sehr eingeschränkte Ortskenntniss der jeweiligen Stadt / Region verfügt
  • Nutzer, die unsicher & ängstlich einem Automaten gegenüberstehen
    „Design for All“ Ansatz

02 Analyse

In der Analysephase wurden durch Personas, Usecases
und eine Sitemap folgende Probleme herausgefiltert:

Zeitverzögerung
Der Automat reagiert nur mit Verzögerung auf die Eingaben durch den Touchscreen (fast alle befragten Personen nannten das als Nachteil)
Insgesamt ist die Bedienung langwährig & kompliziert

Interface
Der Touchscreen ist schlecht kalibriert, der reale Fingerdruck wird häufig leicht versetzt auf dem Monitor (roter Punkt) angezeigt, dadurch kommt es zu häufigen Fehlversuchen, z.B. bei der Eingabe von Buchstaben – die sich nur durch einen kompleten Abbruch der Prozedur korrigieren lassen

Feedback
Keine Fehlermeldung bei Falscheingabe

Strukturierung
Bedienelemente sind nicht logisch strukturiert

Mapping
Verschiedene Funktionen sind nur unzureichend gruppiert, ähnliche Funktionen sind unterschiedlich gestaltet und folgen unterschiedlichen Prinzipien

Tarifsystem
Die günstigsten Tarife werden meist nicht angezeigt, bzw. Alternativen vorgestellt
Der Verbundsverkehr ist kaum sichtbar integriert
Kein wirklicher Expressfahrkartenverkauf (der Ablauf bei der Expressfahrkarte unterscheidet sich nur unwesentlich zum Menüstrang des regulären Fahrkartenkaufes)
Beim Nahverkehr ist es nicht möglich eine Kurzstreckenfahrkarte zu kaufen

Icons
Der Nahverkehr wird mit dem VBB-Logo symbolisiert, dieses ist vielen Usern häufig nicht geläufig und weckt daher nicht die Assoziation ‚Nahverkehr‘

03 Grundkonzept des Prototyps

Erstellung von den wichtigsten Strängen im Nah- und Fernverkehr
Übersichtliche Vereinigung von Nah- und Fernverkehr bereits auf dem Startscreen
Kurze übersichtliche Handlungsstränge
Multifunktionale vertikale Navigation
Schneller Einstieg ins System (Lernfunktion)

Am Anfang schrittweise Anweisung
Voreingestellte Einträge, die in der Regel benutzt werden
Prinzip der Ähnlichkeit: Alle Bedienungsabläufe sind konsistent und ähnlich gestaltet, so daß der Bedienungsablauf fast immer der gleiche ist > hoher Lerneffekt
Integration einer Breadcrumb Navigation im System

Fernverkehr
Bewusster Verzicht auf ablenkende Elemente, wie z.B. Zusatzdienste (Aufladen der Handykarte,…)
Integration von Werbung an einer zurückhaltenden und die Usability nicht beeinträchtigen Stelle

Nahverkehr
Integration einer topografischen Auswahl des Tarifes
Verkürzung des Bedienvorgangs
Nahtlose Integration in den Fehrnverkehr

3.1 Die Entwicklung der Papierprototypen

Anhand von Papierprototypen wurde ein erstes Konzept entwickelt und evaluiert

04 Evaluation

Der Prototyp wurde an drei Personen getesten, die wenig Umgang mit dem Fahrkartenautomaten haben

4.1 Auswertung

Bei der Zielsetzung für den Prototyp war es uns wichtig auf Bestätigsbuttons zu verzichten – dieser Ansatz stellte sich im Testverlauf als nicht Tragbar heraus
kleine Buttons erschwerten die Datumsauswahl
Fehlendes Feedback bei der Platzreservierung
Nicht eindeutige Kennzeichnung von Buttons

Fehler im Nahverkehr
Unzureichendes Mappping und zu starke dominanz der
Tarifauswahl

Zusammenfassung der Testergebnisse

Die essentielle Idee hinter dem Prototypen ist die, der vorgegebenen Einträge. Beim ersten Prototypen wurde dieses Prinzip aber von den Testpersonen nicht gleich verstanden und stiftete zu Beginn Verwirrung.

Durch den hervorgehobenen Hinweis überlegen die Testpersonen zwar einen kurzen Augenblick, verstanden das Prinzip aber bisher auf Anhieb.

Das System wird im Allgemeinen als schnell und unkompliziert empfunden.

Beim Nahverkehr tratt die Haupttarifauswahl (Berlin AB, …) zu sehr in den Vordergrund, so dass die zusätzlichen Optionen übersehen wurden.

Das Testergebniss belegte, dass auf Bestätigungsbuttons an einigen Stellen nicht zu verzichten war.

Die Markierung einer gewählten Option musste überarbeitet werden

Der komplette Handlungsstrang wurde nocheinmal an die Testergebnisse angepasst

Einige Buttons erwiesen sich als entweder zu klein oder als unzureichend als solche gekennzeichnet

05 Finaler Prototyp

Nach den Evalutiationsergebnissen wurde der Prototyp entsprechend neu strukturiert

Bilder aus dem Testvideo

Den Testpersonen wurden verschiedene Aufgaben gestellt, um zu testen ob das entwickelte konzept den formulierten Anforderungen standhält

Sitemap

Die Sitemap stellte sich als essentieles tool für die Analyse & Strukturierung der Handlungsabläufe heraus