Autoren

Projektart

Studienarbeit im Grundstudium

Entstehungszeitraum

SS 05 - WS 05/06

Zugehöriger Workspace

Material

Social | Pillow

Social | Pillow

Das Kissen als soziale Verbindungskomponente zwischen getrennten Personen.

» DAS THEMA

In den beiden Kursen Space & Objects und Physical Computing ging es im Wintersemester 05/06 um das Thema Schlafen und Wecken. Beide Kurse arbeiteten übergreifend und wurden von Prof. Reto Wettach betreut.

Space & Objects
In diesem Kurs wurden die verschiedenen Aspekte des Schlafes und des Weckens sowie der Vorgang des abendlichen Weckerstellens beleuchtet. Zum Ende erweiterten sich die Diskussionen auf die Themen Zeit- und Terminplanung im Allgemeinen und soziale Komponenten im Schlafraum.
In Gruppen wurden verschiedene Konzepte zu den besprochenen Themen erarbeitet.

Physical Computing
Der Physical Computing Kurs vermittelte schrittweise Grundkenntnisse der Elektrotechnik und den Umgang mit dem Arduino Board. Als Kursabschluss sollten die im Space & Objects Kurs entstandenen Konzepte verwirklicht werden. Zusätzliche Unterstützung bekamen wir dabei von Axel Benz.

» VERWORFENE KONZEPTE

Tobias Friese

• Der Kältewecker

Die schlafende Person sollte zur Weckzeit durch ein kühles Bett zum Aufstehen gezwungen werden. Dazu sollte kaltes Wasser durch ein spezielles Bettlaken fließen.

Nähere Informationen:
Präsentation » Kaeltewecker.pdf in der Materialsammlung
Foto-Prototyp » Kaeltewecker.avi in der Materialsammlung

Dieses Konzept wurde verworfen, da die schlafende Person nicht zwangsweise aufwacht und durch Unterkülung ernsthafte physische Schäden entstehen können.

• Der Nervwecker

Bei diesem Konzept ging es mir darum den Wecker zu personifizieren. Er sollte als kleine Gestalt in der Nähe des Bettes stehen oder sogar im Bett liegen und zur Weckzeit ein Nervenaufreibendes Gespräch beginnen. Aktionen wie das Weckerstellen oder das Snoozen sollten durch Spracheingabe mit Hilfe bestimmter Wörter geschehen. Als letzte Konsequenz sollte die kleine Nervensäge Aufmerksamkeit erregende Geräusche aus dem Alltag wie z.B. die Alarmglocke der Straßenbahn oder Reifenquietschen imitieren.

Dieses Konzept wurde auf Grund von Umsetzungsproblemen bezüglich der Sprachsteuerung verworfen.

Alexander Schubert

• Die intelligente Matratze

Grundgedanke war es eine Art Hilfsmittel für den Menschen zu entwerfen, mit der er seinen Schlaf überwachen kann. Der normale Mensch verbringt ein drittel seines Lebens mit Schlafen und ein großer Teil aller Menschen stirbt in Betten.
Daher wäre es doch ratsam ein System zu haben, welches Nachts auf "angenehme Art und Weise" die Körperfunktionen überwacht. Desweiteren könnte die Matratze auch als Eingabegerät für ein vernetztes Haus fungieren. Steht man früh auf, wird automatisch das Licht angeschaltet und die Matratze hat eine halbe Stunde vorm Wecken angefangen das Haus zu wärmen, so dass man in einer angenehmen und warmen Atmosphäre morgens aufweckt.
Gescheitert ist das Projekt letztenendes an der technischen Umsetzung, die einfach zu Komplex war.

• Der Lichtwecker

Bis zum Anfang dieses Projektes wollte ich schon immer einen Wecker haben, der mich durch angenehm helles Licht sanft wecken kann. Ähnlich wie die Sonne im Sommer, die aber leider im Winter erst zu Spät aufgeht. Nach langer Recherche hat sich aber herausestellt, dass es schon derartige Systeme auf dem Markt gibt und deshalb habe ich dieses Projekt nicht weiter verfolgt.

» IDEE & KONZEPT

Nach einigen Diskussionen und mit dem Thema der intelligenten Matratze im Hinterkopf beschlossen wir nicht weiter nach einer wirksamen Weckmethode zu suchen. Stattdessen dachten wir über Gegenstände im Schlafraum nach, welche eine Verbindung zu anderen Personen ausserhalb des Raumes darstellen könnten.

Dies brachte uns zu folgender Situation:

Ein Paar wird durch irgendwelche Gründe, z.B. durch einen längeren Arbeitsausflug ins Ausland, voneinander getrennt. Die Menschlichen Rituale des gemeinsamen Zubettgehens und Aufstehens sowie die nächtliche Geborgenheit finden nicht mehr statt.

Das Konzept

Das Kopfkissen signalisiert in zwei Stadien ob die abwesende Person im Bett liegt oder nicht. Dazu werden zwei miteinander verbundene Spezialkissen benutzt.

» Stadium 1
Befindet man sich selbst auch im Bett gibt das Kopfkissen an jener Stelle Wärme ab an der auf dem anderen Kissen der Kopf des Partners liegt. Der Wärmegrad entspricht der im Partnerkissen gemessenen Wärme.

» Stadium 2
Liegt man selbst nicht in Bett kann man die Wärme des Partners nicht spüren. In diesem Fall beginnt das Kopfkissen an jenen Stellen zu leuchten an denen auf dem Partnerkissen der Kopf des Partners liegt. Eine abstrakte Silouhette des Partners entsteht.

» DER AUFBAU

Das Konzept legt zu Grunde, dass beide Kissen weit voneinander Entfernt sind. Jedes Kissen wird also von einem eigenen Arduino-Board gesteuert welches z.B. via Internet mit dem Gegenpart verbunden ist. Unsere Prototypkissen werden aber beide von nur einem Board gesteuert. Ebenso funktioniert die Kommunikation zwischen den Kissen nur einseitig.

Die Box
In der Box befindet sich die Steuerekeltronik. Laut Konzept kann die Technik im Kissen selber untergebracht werden. Da aber beide Kissen über ein Board Laufen haben wir alles was von beiden Kissen benutzt wird ausgelagert.

Das Senderkissen
Im Senderkissen befinden sich 3 Taster welche mit dem Arduinoboard verbunden sind.

Das Empfängerkissen
Im Empfängerkissen befinden sich drei Wärmepads, drei Leuchtfolien und ein Taster um zu erkennen ob etwas auf dem Kissen liegt.

» DER PROTOTYP

Zum Bauen eines Testprototypen benutzten wir folgende Komponenten:

• zur Realisierung der Schaltungen: diverse Widerstände, Relais und Kondensatoren
• zur Druckabfrage: diverse Druckschalter
• zur Wärmeabgabe: drei 12V/1A Wärmepads für Autospiegel
• zur Lichtababe: drei Leuchtfolien, mit Inverter an 5 Volt anschließbar

» DAS FAZIT

Während der Entwicklung und nach der Präsentation bekamen wir nützliches Feedback über unser Projekt. So könnte das Social Pillow bereits Anwendung in den eigenen vier Wänden finden um z.B. Inforamtionen über den Schlaf des Kindes zu beziehen. Die Herstellung für den Endverbraucher ist nicht sehr einfach, da für die Erhitzung große Stromstärken benötigt werden und die Sensorik so in das Kissen eingearbeitet werden muss, dass es sich immernoch wie ein Kissen anfühlt. Eine Verwendung von intelligenten Materialien wie z.B. leuchtenden Stoffen könnte den Bau erleichtern.