Kursdokumentation - "E-tree" - Interaction Design – SS/10
Der Kurs bringt einen in ersten Schritten die Grundlagen des Benutzerorientierten Interface Designs nah. Wir wurden in der Theorie an die methodische Herangehensweise von User-Centered Design unterwiesen und haben es in der Praxis an einem eigenen Projekt umgesetzt.
Inhalt
• Idee
• Systematische Herangehensweise
• Lösungsansätze
• Prototyp -1 Analyse
• Prototyp-2 Analyse
• Fazit
Idee
Inspiriert von den Zukunftsvisionen der Smart Häuser und einem, in naher Zukunft erscheinendem, „Intel Sensor“ welcher jegliche Strom-Aktivitäten im Haus messen und überwachen kann, wollten wir ein beispielhafte Software entwickeln mit entsprechendem Interaction Design.
Unsere Idee dabei war das der „Intel Sensor“ eine Möglichkeit der Selbstkontrolle im eigenen Stromverbrauch darstellt und damit einen Nachhaltigen Lebensstil fördert. Das System muss einfach zu bedienen sein und im Idealfall an eine Community anschließen die den Gedanken des Stromsparens noch weiter fördert.
Systematische Herangehensweise
Zielgruppen und Personas
Wir wollten eine breitgefächerte Zielgruppe, es sollte praktisch jedem zwischen 18-89 leichten fallen den „Intel Sensor“ zu bedienen. Dabei konnte es sich um einen normal-verdienenden Studenten handeln, der seinen ökologischen Lebensstil weiter vertiefen möchte oder aber um einen Technologie-orientierten Großverdiener, welcher einen modernen Lebensstil pflegt und die volle Kontrolle in seinem Umfeld wünscht. Auch über seinen eigenen Stromverbrauch.
Szenario
Wir erstellten Szenarien um uns ein Bild von unseren Usern zu machen, hier eines dieser Szenarien:
„Herr K. ist Vater von 2 Töchtern und kommt nach der Arbeit als Geschichts-Lehrer in einem Gymnasium in die große Mietwohnung nach Hause. Er wird mit lauter Musik begrüßt, aus zwei verschiedenen Räumen. Seine Frau bereitet gerade das Essen in der Küche zu und benutzt 3 von 4 Kochfeldern auf dem Elektroherd. Jemand hat das Licht im Badezimmer angelassen.
Normalerweise würde er jetzt zuerst bei den Mädchen hineingehen und sie bitten die Musik etwas runter zu drehen oder sogar eine Anlage einfach aus machen, dann würde die Ermahnung wegen dem Licht im Bad kommen und dann wohl erst die Begrüßung. Das ständige Gemeker über den Stromverbrauch der Kinder war schon zum Ritual geworden.
Neuerdings jedoch ging er als erstes zu seiner Frau in die Küche und begann ihr mit dem Essen zu helfen. Warum? Seid sie das Name hier einfügen besitzen weiß Herr K. das die Stereoanlagen der Töchter nur ein Bruchteil der Rechnung sind und kaum etwas verbrauchen, am meisten saugt nämlich die Küche, die ständig in Benutzung zu sein scheint. Auch hat Herr K. festgestellt das er beim Herd und bei der großen Kaffeemaschine, Geräte ausgewählt hat die besonders viel Strom verbrauchten. Da er nun seiner Frau eben half das Mittagessen fertig zu machen, konnten sie schneller die Geräte wieder abschalten.“
Anforderung
Nach den ersten Gesprächen stellen wir die ersten Anforderungen an unsere Software.
Sie sollte besonders leicht zugänglich für den Endverbraucher sein und so schlicht wie Möglich in der Handhabung. Auch der Gedanke der Nachhaltigkeit des Produktes schwebte uns immer im Hinterkopf und sollte auch in der Namensgebung unserer Software wiedergespiegelt werden.
So haben wir uns bei der Analyse der Anwendungsfälle und der potentiellen Nutzergruppe für eine Web-basierende Lösung entschieden, bei welcher der User auf ein breitgefächertes Netzwerk zurückgreifen kann und nach Belieben seinen Stromverbrauch kontrollieren kann ohne sich an einem konstanten Ort dafür befinden zu müssen.
Auch wollten wir einen zusätzlichen Reiz durch den Wettbewerb schaffen, in dem wir den Nutzern eine Möglichkeit des Vergleiches untereinander schaffen.
Lösungsansätze
Da wir uns für eine Webbasierende Lösung entschieden hatten erstellten wir als erstes eine Sitemap.
Wenn sich ein Benutzer den „Intel Sensor“ zugelegt hatte musste er unsere Software auf dem Computer installieren. Wir haben jeden dazu notwendigen Schritt aufgeschrieben um eine genaue Übersicht zu haben von dem was notwendig ist um alles klar und verständlich zu halten.
Danach sortierten wir die Haupteigenschaften die das eigentliche Programm mit sich bringen sollte. Durch erste Gespräche während des Kurses hatten wir schon einen guten Überblick von gewollten und Überflüssigen Elementen.
Nach einigen Probeläufen und mehreren kurzen Überprüfungen der Funktionaliät des Hauptmenues innerhalb der Gruppe mussten wir das Menu mehrere male neu gestalten und hatten so schnell ermittelt welche Elemente bestehen bleiben würden und widmeten uns der Anordnung zu, welche uns einige Schwierigkeiten bereitete.
Die Elemente sortierten wir noch mehre male um und konnten erst nach den Usertests wirklich erfassen wo die Elemente die beste von uns erwünschte Wirkung erzielten.
Danach kümmerten wir uns um das Problem der Navigation durch das Programm, die es dem User vereinfachen sollte die gewünschten Informationen schnell zu erhalten und entschieden uns nach mehreren alternativ Versuchen mit der Scroll-Bar des Explorers zu arbeiten.
Im finalen Prototypen haben wir auch ein Beispiel an einem möglichen Layout-Design aufgeworfen, obwohl wir uns hauptsächlich auf die Funktionalität und das User-Centered Design des Programms konzentriert haben.
Prototyp 1 Analyse
Der erste vollständige Papierprototyp war hauptsächlich darauf ausgerichtet uns jeden Schritt der Installation aufzuzeigen und eine Mögliche Anwendung der Hauptnavigation innerhalb des Programms mit allen vorhandenen Funktionen.
Funktionalität - Installationsprozess
Bereits während der ersten Testdurchläufe durch die Installation stellten wir fest das der Proband noch recht viele Anweisungen unser eins benötigte um sich zurecht zu finden.
Da wärend der Installation der User seine vorhandenen Geräte in der Wohnung scannt und die von ihm vorher benannten Zimmer übertragen muss, bedarf es einer ausführlicheren Erklärung der zu erledigenden Schritte, als von uns anfangs vermutet.
Auch hatten wir die einzelnen Schritte ungenau durchnummeriert und dem User keine Möglichkeit gegeben seine gemachten Eingaben am Ende der Installation noch mal zu überprüfen.
Funktionalität - Hauptmenue
Im Hauptmenue hatten wir uns mittlerweile für eien klassische Darstellung entschieden.
In der Statistik konnte der allgemeine Stromverbrauch abgerufen werden und erneut unterteilt werden in einzelene Zimmer und verschiedene Zeiten. Da uns beim Testen einige Verständnisprobleme auffielen haben wir hierbei die Anordnung der Kategorie unterteilungen noch mehrere Male überarbeitet.
Bei dem Gerätevergleich konnten vorhandene Elektrogeräte nach ihrem Verbrauch aufglistet werden und mit anderen, in Funktionalität ähnlichen Geräten verglichen werden, sodass man einen genauen überblick über die Verbesserungsmöglichkeiten besitzt. Bis auf einen längeren Erklärungstext waren wir mit diesem Bereich zufrieden und haben ihn bis zum Schluss beibehalten.
Der in diesem Prototyp noch vorhandene Avatar Bereich wollten wir die Community aufbauen, in welcher man sich mit anderen Nutzern des Programmes vergleichen und austauschen konnte. Der von uns gewählte Namen des Programmes "E-Tree" rührt im Ursprung aus diesem kleinen Avatar in Form eines Baumes, welcher wachsen würde um so mehr sich der User um ein stromsparenden Haushalt bemühte. Hier haben wir das einzige Beispiel dafür gegeben wie es aussehen könnte, da es aber im Nachhinein zu wenig Priorität hatte haben wir das nicht weiter bearbeitet.
Große Veränderungen gab es dann den Bereich Tipps, der in dieser Form kaum akzeptiert wurde und als 'zu aufgedrückt' empfunden, von uns komplett umgeändert wurde. Dazu mehr beim Prototyp 2.
Auch mussten wir der Gesamtoptik noch einige Veränderungen beifügen. Logut und Einstellungen hatten von der Aufmachung her ein zu ähnlichen Stellenwert. Solche und andere Probleme haben wir durch die Analyse beseitigen können und im zweiten, sowie finalem Prototyp noch mal geändert.
Prototyp 2 Analyse
Im 2. und Finalem Prototyp sind wir umgesattelt auf eine digitale Form, da der Papierprotoyp nicht die gewünschte Genauigkeit mitbrachte, welche wir für unser Programm benötigten. Wir wollten ein präzises und ansprechendes LogIn System und eine genauere Darstellung der Installation, sowie des Hauptmenues.
Auch wegen der einfacherern Usertests mit einer digitalen Version, entschieden wir uns schlussendlich dafür. Das Design hielten wir doch dennoch auf minimalistischer Basis, um uns hauptsächlich um das Programm an sich zu kümmern.
Funktionalität - Installationsprozess
Wir hatten in dieser Version einen festen Rahmen in welcher sich das Aus- und Einlogg System befand und uns so an mehrern Beispielen von anderen Webseiten orientiert, die der Durschschnitts-User gewohnt ist und die bestens funktionieren.
Auch stellten wir nach den Usertest fest das das Highlighten von bestimmten Worten dem schnellen Verständnis zuträglich war, auch noch unterstütz dadurch das sich während des gesamten Installationsprozess überall kurze aber eindeutige Beschreibungen des zu machenden Vorgangs befanden. Keinem unserer Testprobanten viel die Installation schwer. Lediglich der Mangel an Design wurde kritisiert.
Funktionalität - Hauptmenue
Auch hier haben wir eneut einige Umstrukturieungen vorgenommen um ein leicht verständliches und intuitives Benutzen des Programmes zu ermöglichen.
Die Hauptmenue Punkte befinden sich nun oben und werden ebenfalls mit einer auffälligeren Farbe versehen wenn man sie anwählt. Es sind nur noch vier Hauptmenue Reiter, da sich die Tipps mit dem Informationsfeld rechts vereinigt haben, dadurch das dort Erklärungen, Informationen und Tipps erscheinen, wenn man mit der Maus über ein beliebiges Element drüber fährt, haben wir einen Weg gefunden es den Testprobanden einfacherer zumachen die Möglichkeiten zu verstehen und gleichzeitig unterschwellig ein paar Hinweise zum Stromsparen zu geben.
Gerade unsere Statistik braucht diese Funktion am meisten, dadurch das der User alles Mögliche miteinenader vergleichen kann, mussten wir mehrere male rumprobieren bis wir eine Möglichkeit gefunden hatten alles in dem kleinen Feld unter zu bringen.
Nach zwei weiteren Usability-Tests war es uns schließlich gelungen.
Bei dem Gerätevergleich und den Einstellungen haben wir den letzen Schliff vorgenommen und so den letzen Prototyp entwickelt, auf dessen Grundlage das Programm entstehen könnte.
Unsere Usertests vielen größten Teils positiv aus, da wir uns auf eine klare und einfache Linie reduzieren konnten, was unseren Prototyp anbelangte. Ob das Programm wirklich benutz werden würde bleibt jedoch fragwürdig, da es den meisten Probanten an Vertrauen fehlte, wenn auch nicht unbedingt zum Programm, sondern eher zu dem "intel sensor" an sich.
Der komplette Prototyp befindet sich in den Anlagen zu diesem Projekt.
Fazit
Fährend der Entwicklung des Programmes ist uns vorallem aufgefallen, wie schnell man Dinge, die für einen bereits selbstverständlich sind, beim selbst designen vergisst.
Die wiederholten Usertest und auch Absprachen und Hilfestellungen mit dem Kurs, haben einem dabei am meisten weitergeholfen die Entwicklung wirklich von allen Seiten zu beleuchten und somit die wichtigen Funktionen des Programmes heraus zu kristallisieren. Auch wenn der Papierprotoyp anfangs eine gute Hilfestellung ist, war es unserem Fall zuträglicher auf die digitale Varriante umzusteigen, da sie uns mehr spielraum für schnelle Verbesserungen ließ.
Um benutzerdefiniert zu Designen bauch man ständig einen Benutzer, war wohl die wichtigste Erkenntnis die wir während des Arbeitens hatten und egal wie viele Interfacedesigne man bereits gesehen hat und glaubt zu kennen, man muss immer wieder zurück zu den Anfängen finden und kontrollieren ob sie wirklich so funktional und auf den User ausgerichtet sind, wie sie behaupten.
















