EcoViz | Ein nachhaltiges Service Design
Im Kurs ging es darum neue Interfaces zu entwickeln, die den Verbrauch von unterschiedlichen Energieformen erfahrbar machen und somit zu Verhaltensänderung führen. Zur Ideengenerierung wurden Methoden wie Cultural Probes und Workshops angewendet.
Herleitung
Cultural Probes
Cultural Probes ist eine Möglichkeit, Informationen über das Verhalten und die Bedürfnisse von Benutzern zu erhalten. Dies geschieht nicht durch Beobachtung oder Umfragen sondern durch ein kleines Paket mit Aufgaben und Spielen, das den Probanden in seinem Alltag begleitet.
Die Probanden hatten fünf Tage Zeit um die Aufgaben zu bearbeiten, anschließend wurden die Lösungen von uns ausgewertet und spannende Erkenntnisse und Ansätze herausgestellt.
Workshop
Der Workshop wurde vom ganzen Kurs gemeinsam organisiert. Dabei ging es darum, die aus den Cultural Probes gewonnen Erkenntnisse und Inspirationen im Workshop anhand verschiedener Brainstormings gezielt zu vertiefen.
Allgemein
Durch die Erkenntnisse aus den Probes und dem Workshop entschieden wir uns dazu, ein Konzept für ein nachhaltiges Service Design zu entwickeln.
Beim entwickelten Konzept handelt es sich um sein Service Design für Supermärkte
und dessen Kunden. Es beinhaltet eine Energiebilanz für unverarbeitete Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Durch ein Punktesystem auf den Preisschildern findet der Kunde Informationen zur Energiebilanz von Lebensmitteln. Der Kunde hat Zugang zu einer Onlineplattform, die ihm seinen persönlichen Verbrauch aufzeigt und ihn an einem Prämiensystem teilnehmen lässt.
Stakeholder
Kunde
Durch das System erhält der Kunde einen Einblick ins eigene Konsumverhalten in Bezug auf Energie. Im Supermarkt bekommt er durch die Energiewerte auf den Preisschildern Hilfe bei der Kaufentscheidung. Durch die Informationen im Supermarkt und die Übersicht auf der Onlineplattform verändert sich sein Umweltbewusstsein in Bezug auf Lebensmittel.
Er hat zudem die Möglichkeit der Nutzung des Prämiensystems.
Supermarkt
Durch die Nutzung dieses Systems gewinnt er Kunden, die schon Teilnehmer des Systems sind oder es gerne werden wollen. Durch die Nutzung eines auf Nachhaltigkeit bedachtes System kann er sein Image verbessern. Er wird vom Anbieter des Systems mit zusätzlichen Informationen über Lebensmittel und Produzenten versorgt Der Supermarkt finanziert das System mit.
Wir, das System
Der Anbieter des Systems ist die Schnittstelle zwischen den Herstellern dem Handel und dem Kunden. Er recherchiert die Energiewerte und stellt sie dem Handel für die jeweiligen Produkte zu Verfügung. Er stellt die Infrastruktur und Technik zu Übermittlung der Daten und Punkte. Zudem führt er die Onlineplattform, die den Kunden Einsicht in sein Energieverhalten gibt und ihm Zugang zum Prämiensystem verschafft.
Touchpoints
Zertifizierte Produkte
Die Berechnung der Co2 Werte pro Lebensmittel ist ein komplexer Prozess, der viele unterschiedliche Einflüsse berücksichtigen muss. Deswegen haben wir uns für wenig- bis gar nicht verarbeitete Produkte entschieden, da hier die Faktoren für die Co2 Berechnung überschaubar bleiben.
Etikett
Jedes Produkt, das von uns als Dienstleister nach der Co2-Bilanz eingestuft wird, besitzt ein Etikett im Supermarkt. Auf diesem Etikett sind für den Kunden die herkömmlichen Preisinformationen vorhanden. Wir fügen diesem Etikett weitere Angaben über die Co2 Bilanz pro Kilogramm hinzu. Gleichzeitig wird das Symbol des jeweiligen Produktes mit einer Lebensmittelampel kombiniert, sodass in einer Produktkategorie interne Vergleichbarkeit möglich wird. Es wird auf den ersten Blick sichtbar, wieviel Co2 das ausgesuchte Produkt in sich trägt und ob es im Vergleich zu den anderen Produkten ökologisch nachhaltig ist oder eben nicht.
Berechnung der Werte
Für die Berechnung der unterschiedlichen Co2 Werte untersuchen wir die verschiedenen Arten des Anbau, der Ernte, sowie die Lagerungs- und Transportformen. Beispielsweise sind spanische Tomaten im Winter ökologisch nachhaltiger, da der Transportweg von Spanien nach Deutschland weniger Co2 freisetzt als die permanente Beheizung der lokalen Tomaten in ihren Gewächshäusern.
An der Kasse
Nach dem der Kunde seine Produkte gewählt hat, führt der Weg zur Kasse. An der Kasse werden die Codes der unterschiedlichen Produkte an unseren Server übermittelt und es wird eine Einkauf-ID erstellt, die alle gekauften Produkte sammelt. Hier werden die Co2 Werte mit den gekauften Produkten verbunden. Die generierte Einkauf-ID wird in einen QR-Code umgewandelt, der an die Kasse zurückgeschickt wird. Dieser QR-Code wird auf den Kassenzettel gedruckt und ist für den Kunden sofort sichbar.
Kassenzettel
Der Kassenzettel enthält neben dem QR-Code des Einkaufs weitere wichtige Informationen. Die verbrauchten Co2 in Gramm sowie die eingesparten Co2 in Punkten werden ebenfalls gedruckt. Der Kunde erhält sofort einen ersten Überblick über seinen Einkauf und kann dank des QR-Code an seinem Computer vertiefte Einkaufsanalysen vornehmen. Falls der Computer des Kunden keine Kamera besitzt, befindet sich die Einkaufs-ID auch zum Eingeben auf dem Kassenzettel.
Onlineplattform
Zu Hause angekommen, reicht es den QR-Code am Computer zu scannen. Die Daten werden auf die Onlineplattform übermittelt und der Kunde hat Einsicht in seinen Einkauf und kann diesen analysieren und auswerten zu lassen. Beim ersten Mal ist kein Anmelden nötig und die Einstiegshürde ins System bleibt klein. Online lassen sich detailliert Informationen über die verschiedenen Produkte und ihre verbrauchten Co2 Mengen einsehen. Gleichzeitig werden Einsparpotentiale aufgeführt, die den Kunden das nachhaltige Einkaufen erleichtern. In der Onlineplattform besteht Zugang zum Prämiensystem.
Einheiten
In unserem System spielen zwei unterschiedliche Einheiten eine entscheidende Rolle.
Es wird unterschieden zwischen den effektiv verbrauchen Co2-Mengen durch den Kauf bestimmter Produkte und den eingesparten Co2-Mengen, durch die Wahl eines ökologischeren Produktes.
Verbrauchseinheiten
Hierbei handelt es sich um die durch den Kauf des Produktes verbrauchte Menge an Co2.
Beispiel: 1 kg spanische Tomaten brauchen 800 Gramm Co2 für Anbau, Ernte und Transport. Das entspricht 800 Verbrauchseinheiten.
Spareinheiten
Die Spareinheiten erscheinen auf den ersten Blick etwas komplizierter. Sie berechnen sich durch die Differenz des energieineffizientesten Produktes zum gekauften Produkte in der selben Produktkategorie. Beispiel: Ich entscheide mich für Tomaten aus den Niederlanden, die 400g Co2 pro Kilogramm Tomate verbrauchen. Die energieineffizientesten Tomaten haben einen Co2-Wert von 2300g Co2 pro Kg Tomate. Folglich habe ich 900g Co2 eingespart. Diese gesparten Co2-Werte in Gramm werden zu Sparpunkten, die sich auf dem Online Konto des Kunden sammeln und in Prämien eingetauscht werden können.
Prämiensystem
Der Kunde kann zwischen verschiedenen Arten der Prämien wählen. Er hat die Wahl zwischen moralischen Prämien und finanziellen Prämien.
Es besteht eine Kooperation mit der Deutschen Bahn und Mastercard, sodass die gesammelten Sparpunkte in eine »grüne Bahncard« oder »grüne Mastercard« eingetauscht werden können. Die grünen Karten zeigen die Teilnahme am System und vermitteln das ökologische Verhalten nach aussen. Gleichzeitig dienen die grünen Karten als Identifikationsmittel an der Kasse des Supermarktes, sodass ein einscannen des QR-Codes entfält.













