Kinder im Netz. Interflex Lehrangebot im WS 2010/2011
Kinder im Netz. Digitale Medien für Kinder und Jugendliche?
do 12.00 – 13.30 PA 5 | Haus 5 | 2.13 07.10. u. 21.10 | FES | 4057 | 14.10., 28.10. sowie alle Folgetermine
»Kinder im Netz« ist ein interdisziplinäres Lehrangebot im Rahmen des Interflex-Programms (Exzellenz in der Lehre).
Zahlreiche, in ihren Ansätzen und ihrer Qualität unterschiedliche Studien dokumentieren Veränderungen im Mediengebrauch von Kindern und Jugendlichen und zeigen Auswirkungen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene auf. Im Fokus stehen dabei die sog. Digital Natives, die zu einer Zeit aufgewachsen sind, in der bereits digitale Technologien wie Computer, das Internet, Handys und MP3s verfügbar waren. Ein Zugang zum Web (u.a. auch zu Gewalt- und Pornografiedarstellungen) ist auch Kindern kaum eingeschränkt möglich. Vorliegende Untersuchungen führen zu unterschiedlichen, ja oft gegensätzlichen Empfehlungen für Eltern, Erzieher und Lehrer und verunsichern. Regeln und Handlungsanleitungen für Designer und Softwareentwickler fehlen. Es ist vor diesem Hintergrund offen, ob und wie digitale Medien Bildung fördern oder behindern und wie Kinder für eine »förderliche« Nutzung digitaler Medien vorbereitet werden können.
Die interdisziplinäre Lehrveranstaltung für Studierende der Studiengänge Design/Interfacedesign, Europäische Medienwissenschaft und Bildung und Erziehung in der Kindheit sowie Soziale Arbeit soll ein gesellschaftlich breit und kontrovers diskutiertes Thema aus zwei unterschiedlichen Fachrichtungen behandeln. Sie wird die beiden Positionen vor ihrem wissenschaftlichen Hintergrund darstellen und versuchen, zu einem verbesserten Dialog zwischen den Positionen beizutragen.
Über die Gestaltung als gemeinsames Seminar – teils in den Räumen der Pappelallee und teils in der Friedrich-Ebert Straße sollen interdisziplinäre Beziehungen zwischen Studierenden und Lehrenden gefördert werden.
Im Sommersemester 2011 wird auf Basis der Seminarergebnisse ein Projekt angeboten, das ausgewählte Themenstellungen zum Mediengebrauch von Kindern und Jugendlichen mit Hilfe empirisch-experimenteller Studien untersucht:
- Virtuelle Freunde. Beziehungsgestaltungen im Netz und ihre Folgen
- Wissenserwerb im Netz
- Computernutzung und Bildungs-/Lernerfolg – ein inverser Zusammenhang?
- Internet Addiction Disorder und ihre Prädiktoren
- User Experience Design für Kinder und Jugendliche.
- Persuasive Computing. Entwicklung von (Computer-) Programmen zur Begrenzung schädlicher und Förderung günstigen Verhaltens von Kindern- und Jugendlichen am Computer
Prof. Dr. Hermann Staats (FB Sozialwesen) & Prof. Dr. Frank Heidmann (FB Design)
Innerhalb der FB Design Modulstruktur wird der Kurs als Fachtheorieschein mit 4 Credits angeboten (2.224 Fachtheorie Interfacedesign) sowie als Theorietstudium für das Masterstudium (4 Credits).